Aktuelle Forderung vom 05.02.2019

Ein bewegter Januar liegt hinter uns, der Diskurs Beuth hat dank zahlreicher Berichte der Presse und des Symposiums eine Repolitisierung erfahren und die Zeichen stehen auf Veränderung.

Wir, die „studentische Initiative für einen schönen Hochschulnamen“ fordern in Anbetracht der Ereignisse um das Symposium im Januar, dass das Präsidium der Beuth Hochschule endlich selbst klare Stellung zum Antisemitismus des CPW Beuth bezieht. Die Inhalte des Symposiums, wie auch die Tatsache, dass die Autoren der Thümer-Papiere ihre Veröffentlichungen zurückgezogen haben, lassen keinen Zweifel daran, dass die Antisemitismusvorwürfe gegen Beuth stimmen. 
Wir fordern die Mitglieder der AG Diskurs Beuth dazu auf, die Forderung an den akademischen Senat zu reichen, dass einer Namensänderung zugestimmt wird. Im weiteren Verlauf der Debatte sollte sich mit den Möglichkeiten zur Umbennung befasst werden und ein Konzept zur Umstellung und weiteren Aufarbeitung erarbeitet werden. 
Wir freuen uns sehr über einen angeregten Diskurs. Unser primäres Ziel ist es, Mitgliedern der Hochschule einen Ort zur Auseinandersetzung und Meinungsbildung zu bieten und zur Beschäftigung mit dem Thema anzuregen. 
Wir stellen hiermit ganz klar die Frage „Wer wollen wir sein?“ in den Raum und fordern einen zukunftsgerechten Umgang mit dieser Fragestellung. 
Die AG Diversity schreibt zur Zeit an einem „Code of Ethics“, der die Werte der Hochschule für die Zukunft festhalten und einen Leitfaden zu politischen und gesellschaftlichen Themen bieten soll.
In Zusammenarbeit mit der AG Diversity könnte angelehnt an den Code ein schöner Hochschulname gefunden werden. 
Um den Prozess weiter demokratisch zu halten und zu fördern fordern wir eine sichtbare Kampagne der Hochschule, die über den Kenntnisstand zu Beuths Antisemitismus aufklärt und die Frage „Wer wollen wir sein?“ in den Raum stellt (zB ein Banner am Haus Grashof statt dem aktuellen). 
Es sollte eine Anlaufstelle für Anregungen seitens der Hochschulmitglieder eingerichtet werden, durch die Antworten auf Fragen rund um das Thema bereitgestellt werden. Als studentische Initiative stellen wir uns dazu zur Verfügung, würden aber besonders eine offizielle Stelle dazu begrüßen. 

Dass die Debatte nach dem Symposium im BEUTH-Magazin keine besondere Erwähnung finden soll halten wir nicht für sinnvoll, da das Thema die Hochschule und das Magazin betrifft. Umgekehrt sollte es ihm sogar Titelseite und Leitartikel widmen. Laut §4 des berliner Hochschulgesetzes ist die Hochschule neben der fachlichen auch mit der gesellschaftlichen Bildung ihrer Studierenden betraut. Um die Fähigkeiten, die Studierende hier erhalten im gesellschaftlichen Kontext reflektiert und zukunftsorientiert anwenden zu können ist eine Auseinandersetzung mit politischen Themen unserer Meinung nach zwingend notwendig. Also: wer einen Hammer in die Hand bekommt sollte dazu auch lernen, mit ihm etwas aufzubauen anstatt zu zerstören.